Luigi Galvani wurde am Sept. in Bologna geboren. 9, 1737. Er studierte eine Weile Theologie und dann Medizin an der Universität Bologna. Nach Abschluss seines Studiums wurde er 1762 zum Dozenten für Anatomie und Chirurgie in Bologna ernannt. Sein Interesse konzentrierte sich auf die tierischen Sinne, was ihn zu einem tiefen theoretischen Interesse an der Wirkung des Nervensystems führte.

Mitte des 18.Jahrhunderts gab es verschiedene Bücher über Elektrizität in italienischer Sprache, und 1744 erschien Benjamin Franklins berühmtes Buch über Elektrizität in italienischer Übersetzung. Galvani wurde von Franklins „One Fluid Theory“ beeinflusst, wonach elektrische Phänomene durch eine elektrische Flüssigkeit verursacht wurden, die zu sogenannter positiver Elektrizität führt, während sogenannte negative Elektrizität die Abwesenheit von Flüssigkeit war. Was Galvani besonders wichtig erschien, war Franklins Erklärung des Leyden-Glases, der frühen Form des Kondensators. Franklin zufolge sammelte sich auf dem Innenleiter positive Elektrizität an, während der Außenleiter negativ geladen wurde. Das ganze Setup ähnelte einer Ansammlung von Flüssigkeit im Inneren der Flasche. Galvani zog eine Analogie zwischen dem Leyden-Glas und dem tierischen Muskel und führte seine Experimente mit diesem Gedanken durch. Er untersuchte die Auswirkungen von Elektrizität aus Blitzen auf Muskelkontraktionen bei einem Frosch und bewies, dass die Elektrizität Muskelkrämpfe hervorrief.

Galvanis erste Ankündigung seiner Experimente erschien in einem 1791 veröffentlichten Artikel „Über die Wirkung von Elektrizität auf die Muskelbewegung“. Er berichtete auch von Krämpfen, die bei einem Frosch in Abwesenheit einer elektrischen Maschine auftraten, als der Frosch Teil eines Stromkreises war, der ein oder mehrere Metallstücke enthielt. Galvani hatte die Bewegung der Nervensäfte während dieser Krämpfe beobachtet und die Theorie vorgeschlagen, dass die Krämpfe durch Elektrizität im Körper des Tieres verursacht wurden; Die Muskelfaser und der Nerv wirkten wie ein Leyden-Glas.

Galvanis großer italienischer Zeitgenosse Alessandro Volta begann 1792 mit der Arbeit an tierischer Elektrizität und widersprach Galvanis Theorie einer tierischen elektrischen Flüssigkeit. Zu diesem Zeitpunkt begann die berühmte Kontroverse zwischen den beiden. Volta bewies, dass die Nerven nichts anderes als elektrische Leiter waren und dass es möglich war, elektrische Effekte zu erzielen, indem zwei beliebige Metalle mit einem dazwischenliegenden Stück angefeuchtetem Karton in Kontakt gebracht wurden. In dieser Kontroverse hatte Volta in seinen physikalischen Interpretationen Recht, doch war es Galvanis Einfluss, der die blühende Wissenschaft der Neurophysiologie im 19. Die Kontroverse zwischen den beiden Männern breitete sich jedoch auf ihre persönlichen Beziehungen und sogar auf die damalige italienische Politik aus.

Nach der Gründung der Cisalpinischen Republik 1797 weigerte sich Galvani, ihr aus religiösen Gründen die Treue zu schwören, und wurde von seiner Universitätsposition entlassen. Volta schwor Treue und spielte eine zentrale Rolle in der Republik. Galvani wurde ein Jahr später wieder eingestellt, aber bis dahin war er ein völlig gebrochener Mann. Er starb am Dez. 4, 1798.

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